menschen formen
Materialien zu einer Kulturanthropologie neuen Zuschnitts

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Seminare im Sommersemester 2003


15 709 HS
menschen formen. Colloquium (Fortsetzung)
Bernd Ternes
Mi. 18-20 302 b wöchentlich ab 16.4.

Vorerst das letzte Colloquium der Arbeitsgruppe menschen formen an der FU Berlin. Themen sind: Kontroll- und Weltgesellschaft. Diskutiert wird die neuste Publikation der Arbeitsgruppe.

15 717 HS
Kohärenzdenken und die Kulturen
Hans Peter Weber
Di. 16-18 323 wöchentlich ab 29.4.

Die Ignoranten der 'science diversity' ("community" wäre wohl ein Hohn!) werden es partout nicht kapieren: die Krankheit der Zeit ist das 'Differenzdenken'. Es betreibt auf allen Registern und in allen Domänen des ohnehin hochriskant diversifizierten Lebens - trivial und hochraffiniert - unablässig die Exploration/Exploitation in 'Ausdifferenzierung', - einzig und allein fixiert auf die Abschöpfung von Differenz-Selektions-Gewinnen. Dabei ist dieses gelobte 'Medium' der ultima ratio realiter das ultramoderne Paradigma für: social/intellectual fitness auf dem Siedepunkt: more cybernetico/genetico. Wo etwas gegen diesen 'universellen' Raubbau gerettet werden soll, muss ganz auf die "Kehre", auf Kohärenzdenken gesetzt werden; nicht naiv, sondern durch die stark entfesselte 'Differenz' hindurch. Einsetzende Rekultivierung heute favorisiert - wie alle Kulturen je zuvor - das Kohärenzdenken.

Lektürekurs KreaturDenken
Bernd Ternes
Mo., 16-18 Büro Skalitzer Straße 82, 14-täglich ab 28.4.

Arbeitskreis menschen formen 3 Buch
Mo., 18-21 Büro Skalitzer Straße 82, wöchentlich ab 28.4.

Colloquium Beatitude Fortuning e.V.
Do., 20-22 Büro Skalitzer Straße 82, 14-täglich ab 22.5.

Seminar basale Texte
Do., 20-22 Büro Skalitzer Straße 82, 14-täglich ab 29.5.
Bacon, Novum Organon
Deleuze/Guattari, Anti-Ödipus
Freud, Das Unbehagen in der Kultur
Heidegger, Technik und die Kehre
ders., Sein und Zeit
ders., Über den Humanismus
Kluge/Negt, Geschichte und Eigensinn
dies., Über die Kunst, Unterschiede zu machen
Lacan, Encore
Mead, Geist, Indentität und Gesellschaft
Mühlmann, Die Natur der Kulturen
Pessoa, Das Buch der Unruhe (neue Ausgabe)
Plessner, Die Stufen des organischen und der Mensch
Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität
ders., Der Spiegel der Natur (im Verbund mit)
Sandkühler, Die Wirklichkeit des Wissens
Die Vorsokratiker
Serres, Der Parasit
Whitehead, Prozeß und Realität

15 737 HS
Wie ist eine Wissenschaft vom menschlichen Glück möglich? (Fortsetzung)
Bernd Ternes, Till Nikolaus v. Heiseler
Mi. 16-18 302 a 14-täglich ab 16.4.

Ausgehend von der Frage des Seminars, wie eine Wissenschaft vom menschlichen Glück möglich sei, wird gemeinsam eine Theorie (die der Umgestaltung der Gesellschaft in Richtung auf mehr Glück für den Menschen als Instrument dienen soll) entwickelt, die den Aus­gangspunkt einer eudämonologischen Praxis bieten könnte. Wie Kommunikationsstrukturen geschaffen werden können, in denen „Illumination“ und Glück sich ereignet, soll denkend und forschend untersucht werden. Das Forschungsseminar wendet sich an Soziologen, Kognitionsbiologen, Medientheoretiker, Linguisten, Psychologen, Künstler, Programmierer, Grafiker, Videofilmer und alle die, die Interdisziplinarität als gemeinsames (voneinander) Lernen verstehen und die Notwendigkeit einer Weltveränderung erkannt haben.
Literatur vorerst: Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse (Erstes Hauptstück); Luhmann: Soziale Sys­teme (p. 7-285); Rimbaud: Lettres du voyant; Adorno: Dialektik der Aufklärung; Adorno u.a.: Der Positivismusstreit; Whitehead: Wissenschaft und moderne Welt

15 708 HS
Gesellschaftliche und technisch-naturwissenschaftliche Entwicklungen im 21. Jahrhundert
Andreas Hellmann
Mi. 16-18 302b wöchentlich ab 16.4.

Nach dem Durchgang durch einige technikphilosophische Texte (M. Heidegger, G.Günther, P. Sloterdijk), Dietmar Kampers Ansatz zum gesellschaftlichen Imaginären, sowie Überlegungen zum Imaginären in der Technik sollen mit Nikola Tesla und Wilhelm Reich zwei Autoren und Forscher vorgestellt werden, die im 20.Jahrhundert – gegen den Mainstream von Relativitäts- und Quantentheorie – maßgeblich an der Weiterentwicklung äthertheoretischer - bzw. mit einem moderneren Begriff: vakuumphysikalischer Ansätze beteiligt waren, die eine sich durchhaltende Untergrundströmung der wissenschaftlichen Entwicklungen im 20.Jahrhundert bildeten und die heute wieder an Relevanz gewinnen. Dabei wird versucht, die vakuumphysikalischen Ansätze im Kontext der Begriffstrias Materie, Energie, Information zu diskutieren. Die theoretischen Grundzüge sowie die wichtigsten Experimente Teslas und Reichs sollen im Seminar besprochen werden. Außerdem soll als Beitrag zur aktuellen Gendebatte der im westlichen Europa noch wenig bekannte Ansatz der Wellengenetik des russischen Biophysikers Peter Gariaev in seinen Grundzügen vorgestellt werden. Vor dem Hintergrund der im Seminar diskutierten technikphilosophischen Texte sowie unserer Überlegungen zum gesellschaftlichen und technischen Imaginären soll abschließend nach der technikphilosophischen Relevanz und den soziologischen Konsequenzen der Vakuumphysik gefragt werden.
Lit.: P.Sloterdijk: Der operable Mensch, in: Was kostet den Kopf? Dietmar Kamper zum 65.Geburtstag, Neidhöfer, H., Ternes, B. (Hrg.), 532-50; G.Günther: Das Bewusstsein der Maschinen. Eine Metaphysik der Kybernetik, Krefeld, Baden-Baden, 1963; D.Kamper, Tod des Körpers – Leben der Sprache, in: Historische Anthropologie, Gebauer, G., Kamper, D. u.a. (Hrg.), 49-81; Wilhelm Reich, Der Krebs, Köln, 1994, ders. Das Oranur-Experiment I, Frankfurt/M., 1997; Konstantin Meyl, Elektromagnetische Umweltverträglichkeit 1 und 2, Villingen-Schwenningen, 1998/99

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