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| Wintersemester
2003 |
BÜRO
MUSKAUER STRASSE 30
Lektürekurs
Hans Peter Weber, KreaturDenken
Bernd Ternes
Di., 18 Uhr, 14-täglich
menschen
formen. Colloquium (Fortsetzung)
Mi., 18-20 Uhr, wöchentlich
Forschungsantrag
Mi., 20 Uhr, wöchentlich
Seminar basale
Texte
Do., 20 Uhr,
14-täglich
Bacon, Novum Organon
Deleuze/Guattari, Anti-Ödipus
Freud, Das Unbehagen in der Kultur
Heidegger, Technik und die Kehre
ders., Sein und Zeit
ders., Über den Humanismus
Kluge/Negt, Geschichte und Eigensinn
dies., Über die Kunst, Unterschiede zu machen
Lacan, Encore
Mead, Geist, Indentität und Gesellschaft
Mühlmann, Die Natur der Kulturen
Pessoa, Das Buch der Unruhe (neue Ausgabe)
Plessner, Die Stufen des organischen und der Mensch
Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität
ders., Der Spiegel der Natur (im Verbund mit)
Sandkühler, Die Wirklichkeit des Wissens
Die Vorsokratiker
Serres, Der Parasit
Whitehead, Prozeß und Realität
FU BERLIN,
INSTITUT FÜR SOZIOLOGIE
HS
Kohärenzdenken und die Kulturen Teil II
Hans Peter Weber
F Ä L L T A U S!
Die Ignoranten der 'science diversity' ("community" wäre
wohl ein Hohn!) werden es partout nicht kapieren: die Krankheit
der Zeit ist das 'Differenzdenken'. Es betreibt auf allen Registern
und in allen Domänen des ohnehin hochriskant diversifizierten Lebens
- trivial und hochraffiniert - unablässig die Exploration/Exploitation
in 'Ausdifferenzierung', - einzig und allein fixiert auf die Abschöpfung
von Differenz-Selektions-Gewinnen. Dabei ist dieses gelobte 'Medium'
der ultima ratio realiter das ultramoderne Paradigma für: social/intellectual
fitness auf dem Siedepunkt: more cybernetico/genetico. Wo etwas
gegen diesen 'universellen' Raubbau gerettet werden soll, muss ganz
auf die "Kehre", auf Kohärenzdenken gesetzt werden; nicht naiv,
sondern durch die stark entfesselte 'Differenz' hindurch. Einsetzende
Rekultivierung heute favorisiert - wie alle Kulturen je zuvor -
das Kohärenzdenken.
15 734 HS
Technogene Nähe als anthropologisches missing link? (2 SWS)
Bernd
ternes
Mo., 14-16 Uhr, Raum 302b, wöchentlich (ab 13.10.)
Kann das im Zuge der Evolution des Vermögens zur Distanzierung
nicht mitevoluierte Vermögen von Menschen, eine Nähe, eine
Verbindung, eine Motivation zu großformatigen, abstrakten Gebilden
herzustellen, nun mit der rigider werdenden Technologisierung der
Existenz überhaupt zum ersten Mal angesprochen werden, so dass es
erst jetzt, mit Beginn und im Laufe des 21. Jahrhunderts, möglich
wird, dass Menschen mittels, in und durch Technologie zu kommunizieren
vermögen mit gesellschaftlichen Abstrakta, und zwar emotional, motivational,
vielleicht sogar mantisch? Dass Menschen vielleicht zu kommunizieren
vermögen mit Technologie?
Literatur zu Beginn des Semesters.
15 746 HS
Gesellschaftliche und technisch-naturwissenschaftliche Entwicklungen
im 21. Jahrhundert (2 SWS)
Andreas Hellmann
Mi., 14-18 Uhr, Raum 302a, 14-täglich (ab 22.10.)
Fortsetzung
und Vertiefung des Seminars vom Sommersemester. Nachdem im vergangenen
Semester einige technikphilosophische Texte besprochen worden sind
und u.a. ein erster Einstieg in den orgontheoretischen Ansatz Wilhelm
Reichs versucht wurde, soll in diesem Semester zunächst mit Arbeiten
Dietmar Kampers zum gesellschaftlichen und technischen Imaginären
eingesetzt werden. Im zentralen mittleren Abschnitt des Seminars
sollen wiederum Arbeiten von Wilhelm Reich besprochen werden, diesmal
beginnend mit dem frühen Reich: ausgewählte Kapitel aus der "Charakteranalyse"
und der "Massenpsychologie des Faschismus" sowie wissenschaftstheoretische
Texte Reichs. Einen weiteren Schwerpunkt bilden späte Texte Reichs,
die heute als dessen ökologische Grundlagenforschung bezeichnet
werden können. Aus technisch-naturwissenschaftlicher Perspektive
soll u.a. die Problematik des Elektrosmog als ein sowohl ökologisches
als auch gesellschaftliches Problem thematisiert werden, wobei insbesondere
die mögliche Relevanz des orgontheoretischen Ansatzes für die Ökologie
zu erörtern ist. Abschließend soll diskutiert werden, ob sich die
bis hierhin besprochenen lebensenergetischen und vakuumphysikalischen
Ansätze als wissenschaftliches Paradigma formulieren lassen. In
diesem Zusammenhang soll kritisch der Frage nachgegangen werden,
ob die lebensenergetischen Techniken unter dem Einfluss des Gestells
stehen und so jahrhundertelange Ermächtigungsbestrebungen abendländischer
Zivilisationen auch nur fortschreiben, oder ob, wie es der Anspruch
führender Theoretiker des lebensenergetischen Ansatzes immer gewesen
ist, letzterer Ansatz dazu beitragen kann, eine Ethik herrschaftsfreier,
nicht-unterdrückender Beziehungen zu Seiendem, zur Natur zu etablieren
Literatur: Kamper, Dietmar, Horizontwechsel, München, 2001; ders.,
Bildstörungen. Im Orbit des Imaginären, Stuttgart, 1994; Günther,
Gotthard, Beiträge zu einer operationsfähigen Dialektik Bd. I-III,
Hamburg, 1980; Meyl, Konstantin, Elektromagnetische Umweltverträglichkeit
Bd. I und II, Villingen-Schwenningen, 1997 u. 99; Reich, Wilhelm,
Charakteranalyse, Köln, 1989, ders., Die Massenpsychologie des Faschismus,
Köln, 1986; ders., Kosmische Überlagerung, Frankfurt/M., 1997; Diedrich,
Ingo, Naturnah forschen, Berlin, 2000; Senf, Bernd, Strahlenbelastung,
energetische Erstarrung der Atmosphäre (DOR), Waldsterben und Smog.
Wilhelm Reichs ökologische Grundlagenforschung, in: emotion, Bd.
7, Berlin, 1985; Sloterdijk, Peter, Sphären I u. II, Frankfurt/M.,
1999 u. 2000
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