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Samstag,
den 5. Juli 2003
Chaosmatische Anthropologie
Von der historischen zur experimentellen Anthropologie
Wissenschaftliche Tagung der Arbeitsgemeinschaft "menschen formen"
der Abteilung Kultursoziologie und Historische Anthropologie des
Instituts für Soziologie der FU Berlin
Haus der Kulturen der Welt
(Konferenzraum I)
Daß der Mensch als Einheit aller Zurechnungen seitens einer
klassischen Humanwissenschaft immer schon DAS Phantom war an diesem
Aufweis haben unterschiedliche Ansätze und Geister (Whitehead,
Foucault, Luhmann, Deleuze) immer laboriert. Trotzdem scheint eine
Abkehr vom "spekulativen Anthropozentrismus" ein Ding der Unmöglichkeit
zu sein. - Die Tagung möchte Hinweise geben, daß man
vom Anthropozentrismus abkommen kann, ohne dabei bloße negative
Anthropologie zu produzieren, und ohne dabei einer zivilisationstechnisch
neuen Zucht das Wort zu reden. Pointiert gesagt geht es um ein Erkunden
des Denkens nach dem KörperDenken einer Historischen Anthropologie;
um ein Denken, das als KreaturDenken einer Chaosmatischen Anthropologie
beschrieben werden kann. Chaosmatische Anthropologie macht den Gedanken
Helmuth Plessners stark, daß auch die Idee von Geschichte
geschichtlichen Bedingungen unterliegt, also immanent bleibt. Posthistorische
Überlegungen tun sich daher immer schwer, klarzulegen, inwieweit
es sich nun tatsächlich um Geschehnisse handelt, die nicht
mehr historisch bzw. historisierbar sind. Mit der Chaosmatischen
Anthropologie Hans Peter Webers liegen nun Überlegungen vor,
die diesen Schwierigkeiten gewachsen sein könnten. Diese Überlegungen
haben eine kulturelle Einholung der zivilisatorischen Ausdifferenzierungen
zum Ziel; dabei ist klar, daß solches Nachdenken/Einholen
nicht auf der Überholspur stattfinden kann, sondern eher off
road oder off shore. Die Verhältnisse von Mensch-Gesellschaft-Natur
sind demnach als mehr oder weniger stabile, ihrer Unwahrscheinlichkeit
ent(gegen)springende Zustände zu entwerfen. Diese Zustände
und Übergänge darszustellen bedarf es eines frischen Satzes
Karten und andere Einsätze des Denkens, das über das Einmaleins
der Schulen und über die Spielräume (Derrida) der um den
Menschen und seine conditio(nes) bemühten Wissenschaften hinauszugehen
hat. Wenn "Chaos" jüngst zu einer weiteren, spielerischen Inflation
von Realitätsbegriffen geführt hat, wie wäre starke
Währung für Wirklichkeit (also eine realistische) nun
aufzubringen ? Die Tagung möchte eine erste öffentliche
Diskussion dieses Andersdenkens zur Aufführung bringen.
Tagungsverlauf
10.00-10.30
Ulas Aktas: Drei ruhige Sätze (ohne Titel)
10.30-11.00
Bernd Ternes: Kurze Einführung ins
Tagungsthema
11.00-12.30
Hans Peter Weber: Menschen, Kräfte,
Sensationen
12.30-12.45:
Pause
12.45-14.00
Hans Ulrich Reck: [Medien, Kunst, Kreation]
14.00-15.30:
PAUSE
15.30-16.30
Christina von
Rotz / Franziska Kempf: Komplexe
Kreaturen. Gentechnologischer Reduktionismus und utopische Handlungsräume
im Kunstprojekt [ A C T G ] enome
16.30-18.00
Michael Over: Technogene Nähe
Andreas Hellmann: Vakuumphysikalische
und technikphilosophische Aspekte des KreaturDenkens
18.00-20.00
Till Nikolaus von Heiseler: Ein sehr kurzes Stück für Bankdirektoren
- Die Dokumentation einer illegalen Aktion
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