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Hans Peter Weber
Menschen, Kräfte, Sensationen
(Vortrag gehalten
auf der Tagung Chaosmatische Anthropologie
am 5. Juli 2003)
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Vor-Satz
Die folgenden Ausführungen präsentieren Resultate der
neueren Kreaturalen Anthropologie. Die Spannweite des 'Themas' nötigt
zu einem überfliegenden Blick aus der Vogelperspektive. So
liefert die Darstellung zwangsläufig viele Resultate und wenig
Erklärungen. Erklärungen sind auf Sinkflüge angewiesen,
die unter anderen Umständen und Zeiten durchgeführt werden
können (‚Schriften' und ‚Seminare' : "Schule" und "Labor"...:
nju skuls...).
Von Menschen,
Kräften, Sensationen sprechen wir in der Kreaturalen Kulturellen
Anthropologie bei unterschiedlicher Näherungen schon immer,
neuzeitlich konzentrierter seit Spinoza (u.a.), dessen Stimme moduliert
weiterwandert durch La Mettrie, Diderot, Kleist, Novalis, Büchner
gar, Schelling, N.v. Hartmann, Schopenhauer, Nietzsche, die Mystiker,
Max Scheler etc.; und in der Moderne durch einen anschwellenden
Strom von Künstlerdenkern, Musikern, organistischen Philosophen
u.s.w. u.s.f. (Cézanne, Artaud, Klee, Musil, Valéry, Rothko, Bacon,
Cage, La Monte Young; Canetti, Barthes, Bateson, Whitehead, Deleuze
etc.,- bis zu den noch unentschlossenen "Neuromancern" der Gegenwart)
: "Auf den Schultern von Riesen" und Zwergen (mit Riesen als zusammengesetzter
Zwerge...).
Alle Traditionsströme
vereint, dass sie entschieden mit dem Menschen als Kreatur rechnen
(homo- creatura-Satz ), -als zweifelhafter Kreatur zwar, doch als
Kreatur unter allen Umständen der individuellen und sozietiven
Wandlung und Entwicklung (die Betonung liegt auf "alle").
Sie vereint auch, dass alle Menschen- und Zivilisationsregungen
ausschließlich als Natur betrachtet werden, - als Artifizielle
Natur selbstredend, welche sich in sich selbst noch einmal faktoriert,
d.h. durch caprizierte Evolution sich experimentell engineered,
- in bestimmten Chancenfenstern einer verteilten Kausalität:
Artifizielle Natur = Faktorierende Natur = Intrikate/Intrigante
Natur !
Dem schließt sich heutige Kreaturale Anthropologie an - in
der ggw. gebotenen Komplexität und Raffinität : bei höchst
aus-gesetzem zivilisatorischen Niveau.
Kreaturale Anthropologie fällt eo ipso als Kulturale Anhropologie
aus, weil Kulturisation die Sphalanx ist, in der das Begehren nach
Existenz, i.e. nach Gratifikation, nach Pazifizierung, nach Genugtuung
der Leben sich gebärdet (souveränes Vergessen der zerfressenden
SELBST-Sorge...). Kulturisation trachtet generell danach, das zivilisatorisch
verwilderte anthrope Feld von Menschen-Kräften-Sensationen
in einen passablen lebensdienlichen Zustand zu bringen. Das Gebot
des Existenzbegehrens heißt darum schon immer: Kultur. Machen
(im *Machen was geschieht*).
Beginnen wir
dort, wo der evolutionsgeschichtlich Junge Mensch-im-Ensemble die
Bühne betritt: als PIONIERSPEZIES der Evolution, die mit ihm
in ihr Endausreizungsstadium driftet, worin sich durch Zivilisationsprozesse
eine perplexe R*Evolutionierung dieses Finales zuträgt, das
wir als ‚Geschichte', Humanzivilisation o.dgl. kennen.
Mit der Pionierspezies breitet sich über die Erde ein Feld
aus, ein anthropes Feld, das hochraffiniert noietisch ist, - also
längst nicht mehr nur biotisch: die SUPREMATE NOOSPHÄRE,
welche sich über die Biosphäre legt. Niedrigere Formen
der Noosphäre gehen der suprematen bereits voraus im Tier-Mensch-Übergangsfeld,
die in niedrigeren Zerebralkulturen (=Matien) organisiert sind:
als INFRAMATIE und AUTOMATIE (Tierpopulationen auf Basis auto-matischer
Zerebralität etwa/Soziobiologie als niedrige SozioNeuralogie).
Erst mit dem Auftritt der Pionierspezies Mensch /Sozietiv und des
anthropen Feldes baut sich die Noosphäre in der Physis von
SupreMatie auf. "SupreMatie" ist ein Kompositum von "supra" und
"matos /menain (=denkbegabter Physis-Zustand). Es ist die höchste
Art an denkbegabtem Pysis-Zustand: im Apparat des Gehirn-Gemüth-Komplexes
als der menschenmässigen Mentation, welcher genuin ein Komplex
ist, eine organische Kontraversalität, ein organisch widersprüchlicher,
gegenstrebig gefügter Komplex von Denkkulturen, gekreuzt durch
kontroverse Begehren im Samtapparat (Intentionsprozesse). Die Erregungen,
aus denen sich dieser rein prozessive Apparat laufend kreiert, sind
allesamt sensationar. Es sind SENSATIONEN , nicht "Sinn", nicht
"Masse" (Neuronen..., etc.). Sensation ist der Physiszustand der
Kreaturen Denken. Über die biotisch definierbare Linie von
‚Leben' (mit ihrer biogenetischen ProtoMatie) hinweg baut sich -
vorbereitet durch die verschieden-artigen primitiven Matien (Infra-,
AutoMatie) - etwas auf, was ontopoietisch mehr ist und anders als
‚Leben' (Biosphäre); und was ontopoietisch "weniger" ist, doch
reeller als der phantasmatisierte "Sinn" ("Geist", "Bewusstsein",...).
Dieses etwas ist SENSATION.
Sensation ist
die durch und durch prozessive Physis-Befindlichkeit der Kreaturen
Denken, kurzum die Physis Mentation (mind) als Kräfteplasma
einer genuin fluidalen Aggregation des zerebralen Ingeniums, des
Gehirn-Gemüth-Komplexes an SupreMaten. Von Mentation, mind,
Denken, Gemüth etc. ist auf eine ähnliche Weise zu sprechen
wie von anderen kreatürlichen Systemen in uns, - etwa vom Immunsystem,
das ja ebenfalls ein Agencement ist, ein prozessives Gefüge
eigener Ontopoietik und Virtuosität. Die Sensations-Agencements
sind die Kulturen Denken, welche wiederum nicht auf "Kognition"
reduzierbar sind (Kognition ist nur ein Denk-Dispositiv unter anderen/"Kognitionssysem").
Sensationen existieren in Aggregatzuständen, die fluidal sind,
capriciös/präziös und prozessiv. Ihr Agencement ist
demnach permanente Kräfte-Retortisierung als: crafts. Kräfte
- etwa Einbildungskraft - existieren als crafts der Sensation, als
Eigen-Reaktor-Prozessor-Zustände der suprematen Physis, die
sich selbst als zerebales Neuronar anlegt, als Kultur; indem sie
das ontopoietische Niveau einer Künstlichen Präformation
erobert!
Sensation existiert als Agencement nur/eben in den (In-)Dividuen
(grob gesagt: als Nervensysteme). Zwischen den Dividuen, im Ensemble,
ist alles Bestehende memetisch. Das Sozietive, verstanden als ‚Zwischennervensystem',
konstituiert sich als MEMETIK, - mit wiederum sehr verschiedenartigen
Bestandteilen (wie Nachrichten, Protokolle, Produkte, Medien, Soziale
Medien u.a.m.)
Unter der Bedingung einer evolutiven Hochraffinierung von Kondensierter
Physis auf Erden, die ontopoietisch begabt ist, d.h. gefüge-kreativ,
ist die Ausbildung einer Noosphäre auf dem Hochdifferenzierungs-
und Hochauflösungsniveau von SupreMatie das non plus ultra
an Hochraffinierung der lokalkosmischen Physis durch die Metamorphose
des BioMatischen. Supremate Noosphäre - verteilt in Sensation
und Memetik - ist in diesem unseren Inertialsystem nicht höherraffinierbar:
die fluidale Aggregation ist kapazitär schlicht das Extremste,
und so das Ende. Doch kann dieser Endzustand - wie die Humanzivilisation
und Zivilisationsgeschichte belegt - noch intrinsisch capriziert
werden; r*evolutioniert, indem er ontopoietisch quasi in sich ausgedellt
wird durch Faktorierungen, die hartnäckig an der "Aufhebung"
der Suprematie laborieren, um physische Sphärik auf Erden über
die Endkapazität von supremat konditionierter Noospäre
zu steigern (Drift der ontopoietischen Mächtigkeit).
Und eben dieses geschieht im Kern durch die Spitzenbewegungen der
ANTHROPODIZEE in supremater Noosphäre auf Erden: Menschheits-Zivilisations-Geschichte
als R*Evolutionsgeschichte der evolutiven Finalität; Transfinalisierungsversuche
- orthogrotesk/barock - in Prozessen Künstlicher Zuchtwahlen
und der sowohl selbstreferentiell mitlaufenden als auch vorgängigen
sensetischen/memetischen Selbsts/zuchtwahlen.
Wenn heute die Rede ist von einem Übergang der Historischen
Anthropologie zur Experimentalen (und Chaosmischen) , so muss festgehalten
werden, dass diese ‚Historie' immer schon experimentell gewesen
ist, jedoch i m p l i z i t. Der Agent ist das Selbst an cerebralem
Sensationar der SupreMaten. E x p l i z i t experimentell wird es
heute, wo das ‚ich' (der zivilisatorischen Avantgarden) mit vorsätzlichen
Manipulationen zu hantieren beginnt.
Wenn wir einen
Blick werfen auf die sich dabei ziehenden Plasmen, Konditionen,
matériels, créaturels, so bietet sich folgende Aufbaulinie:
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Tafel
1
Historisch
implizit durch das Selbst experimentiert sich das Anthrope durch
Faktorierung des GGK, durch das komplexe cerebrale Sensationar von
Menschen : die diversifizierten Kräfte als organistische crafts
(Denksysteme, sensationare Agencements, Kreaturen Denken).
Unter Bedingungen verteilter Kausalität (Detraktor - Attraktor,...)
ist es stets der KONTEXT, welcher (sich) entwickelt und hervorbringt.
Die Noosphäre ergo bringt die Faktorierungen (Sthenogenese)
von ‚mind' und von zivilisatorischer Memetik hervor qua ihrer permanenten
Krisis aus verteilter Kausalität: die Faktorierungen im cerebralen
Sensationar und die Fabrikationen im sozietiven Apparat (Memetik).
Und "Mensch" ist in dieser Feldbestimmung nur/eben eine kleine Galaxie
co-r*evolutionärer Bewegungen. Mensch in seinen Kapazitäten
bewegt sich in co-r*evolutionären Zügen mit den Umständen,
den eigenen und fremden der Noosphärik. Er allein bewegt sich
jedoch kontraversal, sowohl in evolutiven als auch in in-volutiven
Zügen und Begehren.
Wie ist das
zu verstehen? Das menschliche Agencement Denken, die Mentationsphysis,
ist ein pharma-chroma-tronischer Prozessor, der als Auto-Allo- Reaktor
prozessiert, indem er mit Technik seiner auf Autorelation getrimmten
(virture-) Virtuosität ausgeschaltete, isoliert mitgeführte
eigenkreaturale polare Potenzen sthenogenetisch, d.h. gradierend-stilisiert
reaktiviert! Dieser Pharmacon-Prozessor retortisiert also seinen
eigenen Zustand (:Kapazitätsvermögen/Virtuositätsvermögen),
steigert den FAKTOR, indem er die Kapazität der Kompetenz durch
Gradierung stilisiert, zuspitzt.
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Tafel 2: Faktorierung am Ausgangszustand natürlicher Propositionen
Durch Manier/Gestion
eines Hálo fluidaler Analogien (=phasen-phrasale Existenz) retortisiert
sich Matrix, welcher cluster-zelluläre SupreMaten (Zerebrales)
zwachsen. So zieht sich ein supremat fluidales Plasma (=quantensimulativ
/pharmacon-chroma-tronisch), das sich selbst genetisch-algorithmisch
ent-scheiden kann : "Interne Repräsentation" als Information
intuitiver Prozesse z.B.
Die starke SupreMatie
befindet sich im ontopoietischen Zustand der
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Tafel
3/1
Die Autopoiese
sog. Gedanken (propositionale fluid - analoge Sensation /cerebral)
retortisiert sich selbst zu einem embryogenetischen Zustand von
‚concept' (ihr Eigen-Ableger, unausgeboren/unausgeprägt: allo;
ihr Selbst-Anderes), was in die Umwelt in Form von Auf-Risssen ausgelegt
wird (altera), durch Analytik und Höherzurichtung (Produktion).;
und zwar sowohl sozietiv, sozial-maschinistisch (durch Konditionierung
einer Körperschaft des Sozialen/Memetik) als auch produktiv
(Herstellung von artifiziellem ‚Zeug' aus dem entsprechenden produktiven
Aufriss und Umsatz von Umwelt, womit die Sozietät bestückt,
durchsetzt wird, - zu einem environment,zu einem Habitat, dessen
Inhabitanten die modelnden Menschmodel werden .)
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Tafel
3/2; 3/3
Die zivilisatorische
R*Evolution des evolutionären endspace geht durch die mehrfache
faktorierte aritfizielle Natur und die mehrfache fabrizierte Komptur,
welche dieser entspricht in der eigen-artigen Morphologie einer
AutoMimesis von Memetik.
Die bekannten Höherentwicklungen (Faktorierungs-Sprünge)
in der entfesselten Produktivität (Sekundär-Kreativität)
und in der höherraffinierten/höherarbitrarisierten Zurichtung
des Zivilen als sozialer Körperschaft selbst, ergo die Steigerungen
in der Kompetenz künstlicher Zuchtwahlen/ Höherzurichtungen
und in der sozialen Selbst-Konditionierung (fabrizierte Komptur),
wären nicht möglich ohne die ihnen proto-reaktiv korrespondierenden
Selbsts/zuchtwahlen in der zerebralen sensationaren Eigennatur.
Sie wären nicht möglich ohne die Faktorierungen dieser
Artifiziellen Natur in Gestalt des Gehirn-Gemüth- Komplexes,der
Mentatiosphysis, der Kreaturen Denken.
Wir heutigen
in unserer "höhergetrimmten" spezifischen Humanform sind p
r o t e o m i s c h (men- tations-konditioniert) nicht Dieselben
wie etwa die Menschenexemplare der sog. Frühzeit oder der sog.
Antike oder noch der Renaissance, - jedenfalls nicht im Ausschnitt
der Avantgarden!
Wir sind g e n e t i s c h sehr wahrscheinlich strukturgleich, doch
p r o t e o m i s c h , v.a. zerebral -proteomisch (und dann bes.
neocortikal -sensationar ) sind wir f a k t o r i e l l verschieden.
Wir gehören verschiedenen FAKTORIELLEN KRITERIEN an, welche
DOMÄNEN der Mentation bilden.
Die Urfaktorierung (F1) trägt sich bekanntlich in der sog.
Neolithischen Revolution zu. Ab dato beginnt der frühhistorische
Jungmensch, Zustände, Umstände der Umwelt und Mitwelt
anders - und d.h. v.a. höherzugerichtet - denken zu können
als sie sind, um sie durch Eingriffe / Auf-Risse entsprechend des
eroberten Konzept-vermögens zu verändern. Dies wäre
nicht möglich ohne die in der eigenen cerebral-sensationaren
Natur ablaufenden proto-reaktiven Selbsts/zuchtwahlen qua Gradierung/Stiliierung,
welche das Ingenium in den Prozesszustand von aktueller und dann
potentieller Eventualität als Realitäts-Wirk-Zustand versetzt,
so dass seine Verfassung mindestens aktual-eventual ist ("Möglichkeits-Sinn")
und nicht mehr nur situativ-wirklich ("Wirklichkeits-Sinn" der Starken
AutoMatie).
Faktorierung heißt, dass verschiedene ontopoietische Mentationsverfassungen
als INKUNABLEN der Eigenrealität (Sensationar) geschaffen werden;
womit gerade diese vielfachen Realitätsverzweigungen in der
menschlichen Natur einhergehen; und der Umstand, dass nicht jede
Realität gleich wirklich ist ( ontopoetisch).
Dies einschneidende Ereignis der Faktorierung durch de-novo-synthesis
und Retortisierung IST die dabei ablaufende Selbst-ENTBERGUNG ,
die gesteigerte Selbst-AUSSETZUNG der menschlichen Mentation, die
als Höherraffinierung, als Zuspitzung der intelligiblen Kriminationsfähigkeit
und Einbildungskraft niederschlägt; und die zugleich als wachsende
FASSUNGS-LOSIGKEIT, als Schwund von Präsenz (=Existenz und
Faktizität ) erlebt wird: der Fall aus dem ‚Paradies', aus
dem Wirklichkeits-Sensationar von Starker AutoMatie und Schwacher
SupreMatie (=situativ nächste Zukunft ergreifen/manipulieren
- und : sich damit ‚erfüllen' /das "Selbst" !)
Wie dies kreaturaltechnisch zugeht, ist strukturdynamisch erfassbar
- durch entsprechende Empirie und Modellierungen. Die Darstellung
ist allerdings zu kompliziert, als dass sie hier vorgeführt
werden könnte. Um der Unübersichtlichkeit entgegenzuwirken,
seien hier einige schematisierende Tabellen präsentiert. Es
handelt sich dabei um kristalline Typisierungen in groben Zügen.
Alle Übergänge, Zwischenformen, Katastrophen, Zusammenbrüche,
Verwerfungen, Renitenzen, Resistenzen und Surrogate sind ausgeblendet.
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Tafeln
4
PS. Die Rubriken
können umfänglich fortgesetzt werden, sortiert, gefächert
usw., was in einen Großkalender à la "Kulturfahrplan" (Stein)
führen würde,- mit den dort allerdings ausgeblendeten
großen und kleinen Verwerfungen !
Wichtigste Einsicht
ist: es formiert sich ein Großer Reaktionsraum mit verteilten
Reaktionspunken, die alle zugleich auch retro-reaktiv sind (verteilte
Kausaltät).
Und eine der Hauptfragen ist, wie solche Reaktionen stattfinden.
Welche Kräfte /Sensationen sind dabei im Einsatz rsp. generieren
sich überhaupt erst bei Gelegenheit dieser Pragmatiken ? Und
in welchen Kontraversalitäten laufen sie ab ?
Prägnante
Hinweise dazu finden sich bei Gilles Deleuze,- im Gefolge von Nietzsche,
Heidegger, z.T. Whitehead, und bes. Foucault ; in allen späten
Schriften, bes. aber im Buch über Foucault [G.Deleuze, Foucault
(1986), Frankfurt 1987, dt.Übers.].
Deleuze sagt mit Blick auf die Faktorierungen und Reaktionstypik
in der Dynamischen Mechanosphäre (Faktor 2 / Antike):
Die Griechen hätten die Macht gefaltet (faktoriert), i.e. die
ihr eigene "Kraft": "Sie haben die Kraft gefaltet, sie haben die
Kraft als etwas entdeckt, das umgebogen werden kann, und dies lediglich
durch Strategie, da sie ein Kräfteverhältnis erfunden
haben, das durch die Rivalität freier Männer hindurchgeht
(die anderen beherrschen, indem man sich selbst beherrscht...)"
[p.160]
"Die Griechen", das ist im athenischen Stadtstaat der polis im innersten
Kreis der Macht die Avantgarde der Oligarchie. Das sind die Patrizier,
die männlichen Clanfürer und Eliten, die diktierende Avantgarde.
In diesen faktoriert (faltet) sich das allgemeine intelligible Kriminationspotential
im Kriterium einer spezifischen Differentialität für Auf-Risse
: V/v (K)-dominiert. ; was in der Folge die entsprechenden Fabrikationen,
Zurichtungen, Konditionierungen des Sozietiven und der Produktionen
(jedweder Art) freisetzt. Soziokonditional geschieht dies durch
"die Rivalität freier Männer: andere beherrschen, indem
man sich beherrscht..."; dies folgt der dynamischen Mechanik an
Faktorierung der noietischen Kräfte.
Der seligierende Differenzierungstyp ergreift die cerebralen Sensationen,
die SupreMaten, in Faktoren intelligibler Kompetenz : Begriffsregime,
Sprache-Clichés (Präparate), Risiko-Bereitschaft, Stress-Aufbau
u.a.m.
Diese "Griechen" sind damit und mit ihren Protokollregimen wie Produktionsregimen
(sozietiv und zeugmäßig) die verkörperte Noosphäre,
welche in toto höherfaktoriert ist, und zwar nach einer rein
virtuositäts-systemisch bestimmten Differentialität für
Auf-Risse jeglicher Art:
- für
Sozialmaschinistik, d.h. Konditionierung des Sozialen (Macht-
und Regierungs-Technik, Beherrschungs-Grad u.s.w.)
- für
Versorgung (Produktion durchgestaffelt bis zur Sklaverei /Zurichtungen
und Zuchtwahlen ; Arbeitsorganisation, große Produktionsprojekte
und Unternehmungsstrategien in ‚Mechano-Kräften')
- für
Rüstungen, -offensiv und defensiv, militärisch und zivil
(eine zivile Aufrüstung von dynamo- mechanischer Technik,
u.s.w.)
- für
"Protokoll" - Aufrisse ("know -how" / Konzepte des Könnens)
und Protokollregime und Produktionsdomänen etc. (z.B. Organisation
exklusiver Bildungs-Institutionen, von Wissens-Banken u.dgl.)
- für
die strategische Memetik, für die politisch-intelligible
Konditionierung eines environment, das sich überlegen konkurrenzbehauptend
als Sphalanx in die diesbez. unterlegene Umwelt der Stämme/Populationen stellt (vs. Sparta, Kleinasien, Persien gar).
Der Wert all
dieser diversifizierten Kräfte-Produktionen für den R*Evolutions-struggle
der Noosphäre (wachsender Zivilisationsprozess,...) besteht
- wie Deleuze weiter erkannte - in der Bildung einer sekundären,
her-gestellten Kreativität, an deren Ent-Äußerungen
(= Kräfte des Außen) sich die treibende Faktorierung,
die Selbsts/zuchtwahl der avancierten SupreMatie selbst wieder produktionstreibend,
eigenirritativ ‚entzünden' kann. Die Sucht ist auf weitere
Entfesselungen von der Art des ENTBERGENS aus - im Duktus der AFFEKTION,
des AFFIZIERENS.
Deleuze betont:
Die "Kräfteverhältnisse" (nach Foucault) betreffen nicht
alleine die Menschen (als individuelle Kreaturen), sondern auch
die Elemente, Vermögen, Kompetenzen etc. ihrer Ent-Äusserungen
in Form von Kalkülen, Regularien, Nachrichten, know-how, Einschreibungen,
Daten (als Protokolle) und von Produkten, Produktzeug jeglicher
Art, alle ihre Techniken, Technologien, Implementierungen. Diese
stehen den Individuen dann selbst als eigen-gesetzliche Kräfte
des Außen entgegen (statt Offenes: das Außen),- in der
Weise, dass sie sich bevorzugt an ihnen "affizieren", d.h. dass
sie ihre inneren Kräfte pointiert davon herausfordern lassen;
und davon eher noch als durch ‚Personen'. Das endogene mentale set
der Kräfte faltet / faktoriert sich bevorzugt dadurch, dass
es sich an den hinausgestellten Kräften des Außen affiziert,
so dass "das Außen ein koextensives Innen konstituiert". (p.159)
Gerade so wird Daseins-Steigerung in der ‚Base' SupreMatie im Kontext,
durch den maschinistischen Kontext des Affizierens möglich
(ein "Se-est" über dem "Sciest" und "Possest" /p.160) Die Bedingungen
des Kontexts sind stets provokativ ("problematisch"), ein ständiges
"Werden der Kräfte", was "die Geschichte" durchzieht, was diese
überhaupt generiert!
Politik z.B. müsse diese affektiven Kategorien der Macht (vom
Typ"anregen, veranlassen", werden) ganz besonders beachten, da sie
über die persönlichen Beiträge hinweggehen ("erziehen,
pflegen", konditionieren, strafen, belohnen,...). Die Macht und
Kapazität "Affizieren" geht der persönlichen Macht (inkl.
Staat u.a.) voraus. (p.107) Deleuze nennt die Fähigkeit, affiziert
zu werden "gleichsam eine Materie der Kraft" und die Fähigkeit
zu affizieren "gleichsam eine Funktion der Kraft" (101), wobei es
sich um unbeugsame Zustände handelt. Der Mensch sei ein Durchgangsmedium
dieser Intensitäten: "Als Kraft unter Kräften faltet [aktiv/passiv]
der Mensch nicht die Kräfte, die ihn bilden, ohne dass das
Außen sich selbst faltet und ein Selbst in den Menschen gräbt."
(160) Davon werden die ‚Kämpfe' beherrscht - bis hinauf in
die Kämpfe des Denkens. Davon werden die "Weisen der Subjektivierung"
beherrscht: siehe den Ausdruck der "Gottes-Form", der "Mensch-Form"
und - hereinstehend - der "Übermensch-Form" des Menschen. Und
auch in der ankommenden epochalen Großform (für Avantgarden)
des Übermenschen (und der Mensch-Partikulare) werden " die Kräfte
im Menschen ein Form nur bilden, indem sie in Beziehung treten zu
neuen Kräften des Außen" .(186) Als herausragend detektiert
Deleuze dabei fabrizierte Kräfte des Außen an den Artefakten,
welche genau dem vorherrschenden Differential-Produkt-Typ des Generischen
und Kybernetisch-Komplexen angehören (pars pro toto: Silizium/artifizielle
Programme in elektronischer Modellierung; Genetik, organische Genetik,
ihre Autokreativität in der Doppelhelix, u.a. /p.188).
Befragt man Deleuze, um welche Kräfte im Menschen es sich handelt,
so werden en passant genannt: "Einbildungskraft, Erinnerungsvermögen
[Gedächtnis], Vorstellungskraft und Willenskraft" (175).
Man muß dieses set gewiss erweitern. Und man muß auch
die K o n t r a v e r s a l i t ä t zwischen bestimmte Kräften
in der Kreatur Mensch, im cerebralen Mentationsapparat (GGK) registrieren,-
den Komplex ihrer Gegenstrebigkeit, unter welchem die Kreatur sich
permanent mehr oder weniger ‚zerrissen' empfindet. Sie unterliegt
laufend dieser Lebensmühe, ‚consilience' in den Kontraversalitäten
herzustellen, die Antagonismen in viable Kontraste zu verwandeln
!
Etwas leichtfertig,
weil sehr unvollständig, sei etwa dieses Kräfteparallelogramm
vorgeschlagen (das zunächst auch nur für den ‚Ersten
Kreis der Macht" gilt. Alle Kräfte darin sind auch "affairs",
- Geschäfte / Gewerke /Gewalten...):
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Tafeln 5
Zuweisungen:
- Einbildungskraft
(ratioid) Vorstellungskraft. Aufriss: Entwurf - Applikation -Produktion
(analytisch; synthetisch), kriminativ (eigenkriminativ, fremddiskriminativ);
Wille zur Macht / Riskanz- Eröffnung ; analyt.-synthetische
Differenz-Zurüstung: Faktorierung / Retortisierung, Selbsts/zuchtwahl-
Motivator (Treber), Selbst-Experimentation, fitness-Sucht-Attraktor,
Stilisierungs-Treiber (Intensitäts-Gitterung / ‚Logik').
- Einbergungskraft
(rational) Retardierende, kulturtechnische Kreativität, Passion;
bergend, abklärend -exercitiell (studium - punctum). Molarisierungskraft,
kulturelle Gestion; Kontrapunktik: reaktivierende Kraft für
eudaimonistische (atavisische) Strukturen des GGK; Initiations-Kraft
(exercitiell experimenierend; erfahrungs- experimental).
- Verstandeskraft
(‚patent' - rational ) Organisationskraft; Akkomodation; Erhaltungs-
‚System'-Rationalität , Versorgungs-Dienst, Habitations-Dienst,
Server (ordnen, regeln, verwalten, ein-räumen , ein-richten,...).
Situative Ratio- nalität (ad hoc, patent ).
- KommuniFikationskraft
(diplomatisch) Profitierende Solvenz /Wohlfahrt / Initiative des
Machens, Kontakt-Kommunikations-Verschränkung, Aufrichtigkeits-Diplomatie,
Raffinesse /interaktive Klugheit ( Rentabilitätsratio); Variations-Neugier;
Steuerung der Wunschmaschinen, Leidenschaften, Begehren, Interessen.
Regulator von Witz, Ästhetik, Eleganz, List, Strategie/Taktik
(hasard), ‚Spielwitz'/Riskanz.
°°° Mixturen
aus 1. - 4. (Gemenge und Gemische)
Dazu (Ausdifferenzierung
/ 2.Kreis der Macht ; evtl. weitere):
Surrogate, Renitenzen, Resistenzen, Traditionen, Reservate, Insolvenzen,
Dekadenzen, Trivialisierungen, ‚Freie Radikale' an Kräften...
Über allem:
Das Netz von HERRSCHAFT - ARBEIT - SPRACHE - SEXUS - NEXUS - PLEXUS
... ...
In diesem Parallelogramm
der suprematen Kräfte als crafts der neuronaren Sensation,
die komplex pharma-chroma-tronisch proto-reaktiv sind - und ziviliter
memetisch, repräsentieren die (Gross-) Kulturen des Denkens,
der Mentation mehr oder minder komplizierte Kontra-Versalitäten,
direkt oder quer (akkomodiert) gerichtet.
Direkt gegenstrebig gefügt sind Einbildungskraft (Entbergung,
Aufriss, Aufbruch; selektiv) und die Kulturisationskraft der Einbergung.
Entgegen der nachlässigen Auffassung von Deleuze u.a. (Foucault
- Heidegger - Nietzsche; seltsamerweise auch Whitehead), welche
die- epochal variierenden- Kulturtechniken bzw. Kultureinsätze
wie die Riten, die Dramatik (Antike) oder die Modernen Künste
(als Ästhetik der Existenz) in einer gleichförmigen Entwicklungsbewegung,
quasi im Gleichschritt mit den Zivilisations-Aufrissen und deren
Einbildungskraft sehen, ist festzuhalten, dass es sich dabei um
ein kontrapunktierendes Verhältnis handelt: das fading der
Einbergung / Initiation widersetzt sich gegenstrebig dem forcing
der Entbergung, - im Strom seiner wachsenden zivilisatorischen Ausgesetztheit
durch die Kräfte des forcing ! Die Kulturisationstechniken
bis hinauf zu den phäno-ästhetischen Künsten sind
- als Arrièregarde der Avantgarde - die retardierenden,in- ivolutiven
Kräfte, welche existentielle Rück- Stellung (Anhalt) suchen
in den forcierteren Ent-Stellungen. Sie stellen sich gegen die fatalen,
existenzial schmerzlichen Wirkungen / Nebenwirkungen der permanenten
Aufrisse und der Selbst-Aussetzung in noosphärischer Diaspora
, gegen den zehrenden ennui, gegen den perennierenden Nihilismus,
gegen das schreckende Nebenprodukt von Todesgewissheit, gegen die
ständige Eigenirritation aus der schwelenden Kriminationspotenz
des eigenen stilisierenden Intellekts, und darüber hinaus gegen
die laufend drohende Desperado-Mentation zu großer ‚unmotivierter'
Barbarei, zu Vernichtungsgesinnung als Folge einer extrem überreizten,
überentwickelten, unkontrollierten wie unerträglichen
Eigenkrimination, die dann terroristisch verschoben wird, um sie
fremd zu entladen (die Anderen als Opfer der eigenen Krisis-Entsorgung).
Das forcing ist durch und durch ungnädig. Das fading müht
sich um die Reaktivierung der organisch, cerebral-zivilisatorisch
verkümmerten existenzialen GRAZIE- Struktur der Mentation,
die atavistisch eudäimonisch ist, also den Genuss der existenziellen
Stimmung kennt, welcher pazifiziert und der Existenz Genugtuung
in sich selbst verschafft: CaraMusa Dies ist seine genuine Versalität
als: Prophylaxe - unter bereits desaströsen und nur mühselig
akkomodierbaren Zuständen.
Von daher
schleppt es auch - nebenbei gesagt - immer diese mehr oder minder
grandiose ‚Narrheit' mit sich : souveräne Narrheit gegen
den Willen zur Macht, welche den Zauber in der sich ent-setzenden
Welt organisieren muss.
Die Sachverhalte
um das Kräfteparallelogramm und seiner internen Verschiebungen
in der ‚Historie alias ‚Entwicklung' sind also komplexer als Deleuze
u.a. sich das vorgestellt haben (hinzu treten zudem noch Ausdifferenzierung,
Sekundärbildung, Chaogenisierung und Surrogatbildung / Verslumung
kulturaler Kräfte als mental-ökologisches Desaster...)
Die Gebärdungen
der Kulturen ingenialer Kräfte sind genuin kontraversal:
- stilisierend,
faktorierend, machtselektiv das forcing
- chromatisierend,
pazifizierend, gratifizierend das fading
- akkomodierend
die Organisation und KommuniFikation; ordinierend die eine, diplomatisierend
die andere.
In diesem Chiasmus
stehen sie zueinander, wie immer auch das historische Annäherungsverhältnis ausfallen mag, das in der Moderne fast wie ein Patt aussieht.
Es scheint so,
weil die Fläche des ‚historischen' Parallelogramms sich immer
mehr zusammenzieht, fast zu einem Strang: Faktorierungs-Schübe
spannen den Strang immer ärger. Zum Schluß, in der Modernität,
wo Identifikation geprobt wird, erscheint alles nahezu als eine
Linie . (So sehen es Foucault und Deleuze). Doch der Schein macht,
was er immer macht: er trügt.
Tatsächlich
springt das Parallelogramm vor solcher Indifferenz um - und springt
erneut wieder auf , bei umgeklappter Versalität. Eine Neu-Formierung,
die sich im perennierenden post-histoire noch signifikanter ausprägen
wird (les post-histoires...)
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Tafel
6
Denn die Welt
der Phäno-Menik, der Phäno-Moto-Sphäre (mit früher
Kybernetik) wird übertrumpft / faktoriert - fabriziert von
der (End-) Welt der Generik / Generativik (Genetiken/ Cyber II ),
in der es dynamisch - finalisierend zugeht, und v.a. in wachsendem
Maße nicht mehr ‚semiotisch', sondern physisch interventiv-direkt,
unvermittelter, originaler: von der Phäno-Aisthesis zur Endo-Kinesis.
Seit über
100 Jahren, v.a. seit Nietzsche, wird - bei unterschiedlicher Näherung
- das Heraufziehen der ÜBERMENSCH-FORM des Menschen, d.h. der
Avantgarden, detektiert,- als höherfaktorierte Form, welche
die Epoche, das faktorielle Geschick morphogen umbricht. Parallel
dazu registriert man die Entwicklung einer chaotisch rivalitäts-organisierten
Weltzivilisation als Gesellschafts- Hybridisierung.
Das Parallelogramm
springt um, denn die r*evolutive Drift ist mit dem Kriterium Vv
F (O,K) und den genetisch-generativ bestimmten Ausriss-Dfferenzen
als Ressourcen des forcing schlichtweg kapazitär ausgereizt.
Forcing geht selektiv nicht mehr weiter. Einbidungskraft als craft
kann sich nicht weiter retortisierend/faktorierend stilisieren,
die Ressourcen für die Aufrisse und Schärfung der Riskanz
sind erschöpft. Sie bestanden in den ausgeschaltet mitgeführten
eigenen Potentialen der Schwachen SupreMatie, welche nach und nach,
Potenz für Potenz, von den SupreMaten als ‚starker' virture-Virtuosität
reaktiviert wurden - in eben der Weise von Retortisierung/Faktorierung,
welche die Sthenogenese in der Epigenese bildet (Kompetenz - Zucht
im Ingenium, in den sensationar-cerebralen Spitzenagencements).
Ontopoietisch ist demnach einfach keine weitere ‚Tiefenschärfe'
gewachsen ; alles ist endlich, wenn auch unbegrenzt.
Die Selektion
geht - perforiert abgelöst in ‚Sonderzonen' des Zivilisatorischen
(Transferias) - in dynamische Permutation über. Die
Unruhe erhält sich, wird aber mangels Steigerungschance kolportiert
zur Permuation im Generisch-Generativen, gar im Genetischen. Dort
kristallisiert sich ein excellierendes/exkludierendes Refugium der
Übermensch-Form und der excellierenden Personen als seiner
Partikulare. Dies wird der Boom der dynamisch optimierenden "Anthropotechniken"
; jedoch nur noch in einem Variationsraum (Varieté ).[{Charité >>Varieté}]
Kontrapunktisch
und durch Theorie- wie Technik-Raub ebenso direkter rück-stellend,
einbergend bewegt sich nach wie vor die Kulturisation, welche nun
kulturtechnisch nuklear ausgreift; als die Kehre solcher radikaler
Technik (Sujet: Die Anthropo- Technik und die Kehre !!!).
Zwischen den
gleichfalls umspringenden akkomodierenden Polaren der KommuniFikation
und der Organisation (Ordo-Rationalität, patent) spannt sich
wiederum ein ausdifferenzierungswütiger mikrohierarchisierender
Chaosmos der dispersierenden Humanformen aus der aufgelaufenen Geschichte
auf - zu einer sich fassungslos aufblähenden "Weltzivilisation"
(Luhmann). Ein chaogen rivalitätsgeordneter ‚Kosmos' an Mikroverbänden
von Modeln aus dieser Reiberei herkommender Human- und Zivilisationsformen
spannt sich als dispersierendes Feld unter der - ironischen - Dominanz
von KommuniFikation und patenter Organisationsvernunft (zur Selbstkontrolle,
Anpassungsverhandlung) auf; also zwischen posthistorisierender Organisations-Sphalanx
und KommuniFikations-Sphalanx, welche beide menschenmassen-tragende
Kräfte der eingetretenen sog. "funktionalen Ausdifferenzierung"
des Sozietiven und Humanen sind.
Und vermutlich ist es dieser Effekt, der N.Luhmann auf die Idee
gebracht hat, die Soziologie auf "Kommunikation" und das Phänomen
"funktionale Ausdifferenzierung" umzustellen. Denn deutlich übernimmt
KommuniFikation in der heterarchisch-taktischen (also final eingeschlossenen),
nicht mehr strikt stratifikatorischen Zivilisationsgeschichte den
Regelungspart für meso-sozietive planetarische Massenzivilisation.
(Schöngeister wähnen hier schon eine "Transversale Vernunft"
am Werk!).
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Tafel 7
Die Spannungen
zwischen den Polaren im Kräfteparallelogramm bleiben bei diesem
r*evolutions-historischen Umklappen des Gefüges erhalten, gehen
aber in KRITISCHE KONSOLDIERUNG über ! Sie werden zudem durch
die chaogene Ausdifferenzierung im einen Strang (Komm. > < Ordo)
noch immens mikrolytisch vervielfältigt.
Insbesondere die Kontraversaliät zwischen Zivilisations- und
Kulturisations-Agencements unter endspace- Bedingungen bleibt erhalten,
organisiert sich jedoch komplett neu: das forcing ist nicht mehr
selektiv, das fading ist nicht mehr deflationär (maudit, verfemt
), es tritt in eine kritische Korrespondenz ein (: sanfter Raub).
Die Übermensch
- Form ruft Partikularisten ab, die in KOLPORTAGE ironisch gebrochen
die fitness nur noch /eben als dynamische Permutation betreiben/erleiden
werden. Dies ist die Wirkung des nach dem Schwund von selektiver
Drift verbleibenden Faszivs.
Das EXPERIMENTALE in der Anthropodizee geht dadurch von seinem HITORISCHEN/IMPLIZITEN
Modus (‚ich - Funktion als Assistent des Selbst) über in den
EXPLIZITEN Modus der EIGEN-EXPERIMENTATION qua ‚Anthropotechnik',
die das ertüchtigte ‚ich' nun vorsätzlich betreibt (als
Hyper-Funktion des Kolportage- Geschicks!).
Die retardierende,
einbergende Kraft der Kulturisation geht ihrerseits über zu
nuklearen, direkt ansetzenden KULTURTECHNIKEN, die an der REAKTIVIERUNG
EUDAIMONISTISCHER ATAVISTISCHER STRUKTUREN der Mentation laborieren,
am suprematen Chroma.
‚Medien' wachsen auf das Pharmacon der Kulturen Denken/Mentation/
mind zwecks prononcierterer "ecology of mind" direkter zu: Ein wachsender
Prozeß der IMMEDIATISIERUNG in der Kulturtechnik (immedial
und immediat).
Was hereinsteht, ist die EUDAIMONISTISCHE KEHRE DER ANTHROPOTECHNIK,
die sich an der Spur EXISTENZ - FAKTIZITÄT - GENUSS (eudaimonisch)
entlang spurt ( Heidegger- Variation !) ,- zur Besorgung des RIGOROSEN
GLÜCKS, welches der Zustand der souveränen Vergessenheit
von chronischer Selbst-Sorge ist, - bei hellwacher Anschauung und
achtsamer Intelligenz (: Organisation des Mediums Grazie als Soziales
Medium ).
Dem PROGRAMM
des tragikomisch unbefriedeten, weil durch dynamische Permutation
(shift) in seiner Forcierungserwartung gerade kolportierten ‚Subjekts'
- als ‚Projekt' des ennui - , tritt das DIAGAMM der "heiteren Inexistenz
des Subjekts" entgegen, wie Foucault es glücklich formulierte.
Dies ist aber die wiederkehrende KULTUR-FORM von Menschen, die zu
NEUEN INDIGENEN unter höchst-zivilisierten Lebensbedingungen
sich ausprägen, was dem ÜBERMENSCH - Partikular leibhaftig,
lebendig entgegengesetzt ist: zauber-hafte Menschen in anmutiger
Gesellschaft !!
Kein Gleichschritt, keine gleiche Einfügung in die letzte Mobilmachung
also zwischen diesen Formen, - wie Deleuze mit Foucault noch vermutete.
Quer zu dieser
posthistorisierten und explizit experimentellen Humanisation/Sozietät
(Transferia gekontert durch Neue ‚Plateaus' in Gestalt ‚Sozialer
Kanäle'...) treibt planetarisch die "Weltzivilisation" und
die anthrope Chaosmisierung aus. Dieses Treiben zerrt quasi wildwüchsig
an laufenden Verschiebungen und Kreuzungen der historisch herkommenden
Humanformen, deren Reservoir aufgrund der ggw. Gleichzeitigkeit
des Ungleichartigen selbst noch immens ist (von der Frühzeit
bis zur Modernität). Die aktuellen Globalisierungs-Querelen
liefern für alle offen einsehbar jede Menge Empirie für
diesen Befund.
Szenenwechsel
‚Kulturtechnik'.
Wenn faktoriell also diese ganze komplexe conditio humana/civilis
umspringt, dann springt selbstredend auch die authentische Kulturtechnik
um. Die prononcierte Kulturtechnik der Neuzeit (noietische Phäno-Moto-Sphäre)
, die phänomenische /semiotische ÄSTHETIK DER EXISTENZ,
ist - wie schmerzhaft gelernt werden musste - gänzlich erschöpft.
Übergänge zu anderer, umgebrochener tragender Kulturtechnik
werden fieberhaft laboriert.
Menschen-Kräfte-Sensationen: unser Thema problematisiert Kräfte,
crafts, Technik im anthropo - genen Zusammenhang. Von Technik in
Bezug auf Kultur und Kulturisation (Abklärung inkl.) ist zentral
die Rede. Mit gutem Grund wurde schon immer ein kulturaler Technik-Begriff
in Ansatz gebracht,- seit der Registration von frühzeilichen
"TECHNICIANS OF THE SACRED", wie Jerome Rothenberg die rituellen
Völker genannt hat. (Garden City/New York 1969)
Wenn wir diesen
Technik-Begriff über die ganze Sphalanx der Faktorierungen
und Rück-Stellungen ausbreiten, so ergibt sich folgendes Bild:
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Tafel 8
Anthropodizee
kultural:
Kleist sagt : Wir haben die Reise um die Welt gemacht, um zu sehn,
ob das Paradies von hinten wieder offen ist. Und wenn wir für
"Paradies" das Wirken von "technics of the sacred" ansetzen, dann
trifft dies für die prononcierteste kulturale kontrapunktuelle
Bewegung durchaus zu, die sich darob auch ggw. nicht entmutigen
lässt.
Die Zivilisation, der Avantgardismus der ‚Menschheit', hat die Faktorierung
zur Höherorganisation von supremater Welt gemacht, um zu erleben,
dass er sich bis zur Selbst-Kolportage in die höherzugerichteten
Zeug-Welten verstrickt hat: intrikiert, - INTRIGANTE NATUR.
Und dennoch ist in diplomatischer Weise für die Arrièregarde,
für die Neuen Indigenen des posthistoire, das "Paradies" von
hinten wieder offen; "Paradies" gelesen als Wirkung einer Technik
zur Organisation existenzieller Stimmung. Das ganze trägt sich
jedoch in zivilisatorisch höchst ausgesetzter und höchst
artifizieller Lage zu: denn der R*Evolutionsraum unter der Makrowirkung
eines Inertialsystems ist gekrümmt. Alles kehrt höher-spiralig
gekrümmt zu ‚sich' als einem extrem aus-gesetzen Gleichen zurück,
- aufgesplittet antipodisch metamorphisiert (in dieser Morphogenese
also "die ewige Wiederkehr des Gleichen"; inkl. der dynamischen
Permutation ).
Und die kulturale Technik folgt - im unschuldigen sanften Raub (!)
- der radikalsten Aufbruchstechnik auf Erden, dem Generischen, Genetisch-Generativen,
gar Proteomisch-Generativen und dem PharmaTronischen, ergo den faktorierenden
genetisch-generativen Kompetenzen, welche kulturtechnisch existenzial
ein-ge-kehrt werden, rück-gebrochen: eudaimonische Endo-Kinesis.
Noch eröffnet diese KEHRE nur eine Fährte, maximal einen
‚Kanal' (vom Typ "flat loci" /Whitehead) in den wuchernden weltweiten
Kanalsytemen despotischer "Weltzivilisation", in der man es mit
der diskret-hartnäckigen Gewalt von Chaosmischer und Explizit
Experimenteller Anthropogonie zu tun bekommt, die am selbst-kolportierten,
in die shift umgebeugten und sich so ironisch abwickelnden Willen
zur Macht laboriert (mit dem anhaltenden Risiko: Zynismus !) Kein
Grund, darob das Kultur.Machen zu unterlassen. Im Gegenteil: man
muß die sich öffnenden Chancen auf prononciertere Kulturtechnik
erweitern, um den ennui und den Nihilismus umzubiegen, der das Leben,
die Viablität der Mentation ansonsten weiterhin massiv bedroht,-
trotz der Solvenzen des dabei ‚patentierten' mittel-ständischenLebens
!
Für die
Weltlandschaft der Chaosmischen und dezidiert Experimentellen Anthropologie
gilt, dass sie notorisch ein Großteil nichtnotwendiger Übel
produziert, dass sie aber auch ein gehöriges Maß an passabler
Solvenz und Akkomodation, an kultivierter Zivilität bereithält
(die Erde strahlt nicht in ihrem gänzlichen Unheil, wie ‚negativ-dialektisch'
prophezeit wurde).
Und es sind ja gerade die extremsten Versuche einer vollkommenen,
radikalen Entzauberung der Welt, welche -phasenweise/ passagenweise
- die Chancen zur Wiederverzauberung heraufführen,- durch andere,
in kritischer Konsolidierung und durch unschuldig-sanftmütigen
Technik-Raub, Theorie- Raub.
An der experimentellen
Entwicklung solcher Passagen postästhetischer Kulturtechniken,
an ihren Anfängen und Übergängen wird inzwischen
an verteilten Punkten der Erde intensiv laboriert.
Und man könnte durchaus den Versuch unternehmen, in einer Art
Programmvorschau die Fließlandschaft solcher Experimente und
Techniken unter ihrem sanften Attraktor zu skizzieren. Darüber
lässt sich reden, - ein andermal und anderswo. Denn solches
steht auf einem anderen Blatt. Auf diesem steht jetzt nur noch:
DIE ANHALTENDE
ENTZAUBERUNG DER WELT IST TEIL IHRES ZAUBERS
finis tuba
/tusch
(nju skul fecit / juni 03)
Die
anhaltende
Entzauberung
der Welt
ist Teil
ihres Zaubers
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